Mittwoch, 13.12.2017
Vereinsgeschichte

+++ Wir begrüßen Sie recht herzlich auf der Homepage vom SC Wentorf 1906 e.V. +++ 

 
Heinrich Rieck, einer der Gründungsväter des damaligen Wentorf- Reinbeker Sport- Clubs von 1906 e.V. erinnerte sich in einem Gespräch 1966 an den Tag, an dem sein Verein aus der Taufe gehoben wurde mit den Worten: "Am 19. Mai 1906 kamen in Reinbek 18 junge und sportliche Männer zusammen, um einen Sportclub zu gründen. Zu diesen Männern gehörte auch ich, und so kann ich mich noch gut an die spannende Atmosphäre erinnern, in der wir unseren Sportclub gründeten. Der Name war schnell gefunden, und die Sportart, mit der wir erfolgreich werden wollten, war Fußball. Dennoch haben wir unseren Verein "Sport-Club" genannt, denn es sollten verschieden Sportarten betrieben werden." Damit war der wesentliche Schritt für die Entwicklung eines erfolgreichen Sportvereins getan und wir würden uns heute manchmal wünschen, dass wir den "Alten" unseren neuen Verein zeigen könnten. Als erster Vorsitzender wurde am 19. Mai 1906 Alex Schartau aus Wentorf gewählt. Anfangs wurde ausnahmslos Fußball auf den Rieckschen Wiesen an der Bille gespielt. Bald darauf bereiteten die Gründungsmitglieder eine neue Wiese zum Sportplatz auf. Diese wurde damals durch den Bauern Hugo Kiehn kostenlos zur Verfügung gestellt und diese Wiese befand sich am Haidberg, ein Platz, der noch viele Jahre das Sportgeschehen in der Region bestimmen sollte. Nachdem die Genehmigung des Norddeutschen Fußball- Verbandes im Jahre 1906 erteilt worden war, konnte man mit dem Spielbetrieb beginnen. Das erste Auswärtsspiel wurde auf dem Rothenbaum- Platz in Hamburg ausgetragen, gegen eine Mannschaft, die man als den Vorgänger des heutigen HSV bezeichnen konnte. Diese Spiel ging erwartungsgemäß verloren, und zwar mit 8 : 0, aber damit war der Eifer nur noch stärker entfacht. Zuerst war der Fußball natürlich der Mittelpunkt aller sportlichen Aktivitäten. Und die Sportler des WRSC wurden auch sehr schnell sehr erfolgreich. Bereits im Jahre 1912 wurde die erste Herrenmannschaft Meister in ihrer Klasse. So war es auch nicht verwunderlich, dass zu den Spielen dieser Mannschaft immer wieder mehrere hundert Zuschauer an die Plätze kamen.
 
Die Meister-Mannschaft aus dem Jahre 1912

Leider erkennen wir heute auf diesem Bild nur noch Heinrich Rieck (2. v.r.) und Max Klempau, mit dem Ehrenkranz um die Schulter!!!

 
Max Klempau, einer der besten Fußballer der Meistermannschaft von 1912 und Bruder von Adolf Klempau der aus dem ersten Weltkrieg nicht zurückkehrte.
 
In dieser Mannschaft spielte auch der Freund von Heinrich Rieck, Robert Lichte aus Reinbek. Er gehörte zu den treuesten Mitgliedern unsers Vereins, denn er war von der Gründung an bis zu seinem Tod über 50 Jahre lang Schriftführer des WRSC. Doch zurück zur Entwicklung des WRSC. Bald nach dem Fußball entstand die Leichtathletik- Riege des Vereins. Die Sportler waren damals in vielen Sportarten aktiv und Abteilungen aktiv und so wurde auch die Leichtathletik- Abteilung im Rahmen des Hamburger Sportbundes bald zu einer festen Größe. Am Staffellauf “Rund um die Alster” beteiligte sich der Verein 15 Jahre hintereinander mit gutem Erfolg, was uns eine große Anerkennung im Leichtathletik- Verband einbrachte. Überhaupt war die Leichtathletik immer eine der Vorzeigesportarten beim WRSC uns auch später dem SC Wentorf. Als herausragende Größen in der Leichtathletik des Vereins und darüber hinaus gelten heute noch Namen wie Karin Rettmeier oder Margot Baumann. Karin Rettmeier hat es sogar geschafft, im Weitsprung Deutsche Meisterin und im Hochsprung Hamburger Meisterin zu werden.
Margot Baumann war für unseren Verein viel mehr, als eine gute Sportlerin. Sie hat sich unglaublich für Ihren Verein und Ihre Sportler engagiert. Es gab wohl keinen Sportler beim WRSC / SCW, der nicht mit großer Anerkennung und Dankbarkeit an Margot Baumann zurückdachte. Selbst mit Ihrem Tod hat Sie an den Verein gedacht und ein nicht unerhebliches Erbe dem Verein, Ihrem geliebten Sport, Ihrer Leichtathletik hinterlassen.
 
Besonders nach dem zweiten Weltkrieg nahm der Sport in Wentorf und Umgebung eine rasante Entwicklung. Viele Ballsportarten erlebten einen Neuanfang und es ist schon erstaunlich, mit wie viel Herz, Liebe und Engagement der WRSC 1906 e.V. wiederbelebt wurde.
 

Dieser kleine Exkurs in die Historie des Vereins kann niemals alle Namen aufführen, die für den Verein Herausragendes geleistet haben. Wir möchten hier an dieser Stelle Bewunderung den Vorständen gegenüber ausdrücken, die den Verein über die wirren Zeiten der beiden Weltkriege und deren Folgen brachten. Gerade in diesen Zeiten hat sich stärker als jemals bewiesen, dass ein Verein so stark ist, wie seine Mitglieder.
 
 
Dr. Knust, 1956 Bürgermeister der Gemeinde Wentorf schrieb in seiner Grußadresse zum 50. Jahrestag des WRSC in der Vereinszeitung (siehe auch Download): "...aber einem unbeugsamen Willen und Idealismus seiner Mitglieder ist es zu verdanken, dass der Verein eine Entwicklung genommen hat, die ihn berechtigt, auf seine Leistungen stolz zu sein." Das Vereinsleben wurde noch besser organisiert, der Zusammenhalt der WRSC- ler wurde noch fester und das Vereinslokal, die "KARLSBURG" in Wentorf wurde Stätte vieler schöner Stunden und so manchen getrunkenen Bierchens. Besonders schön fanden wir die Geschichte, in der uns Erwin Jacobs die damaligen Trikots der Fußballmannschaft beschrieb: "Wir spielten damals in lila- farbenen Trikots. Geld war knapp und so überfiel ich meine Mutter mit der Idee, eines meiner Hemden lila einzufärben. Nach langen Diskussionen gab sie meinem Wunsch nach, und ich weiß noch ganz genau, mit wie viel Stolz ich damals mein lila Trikot auf den Sportplatz trug."
 
Der Inhaber des Vereinslokals ist damals wie heute unser Erwin Jacobs. Erwin Jacobs ist zur Zeit nicht nur unser ältestes Vereinsmitglied, er ist auch das einzige Mitglied unseres Vereins, das sich schon zu Lebzeiten ein sehr schönes Denkmal auf der neuen Sportanlage geschaffen hat. Er hat dem Verein einen Baum gespendet, eine Deutsche Eiche, die vom Verein sofort mit dem Namen "Jacobs- Eiche" bedacht wurde.
 
Auf dem Foto ist Erwin Jacobs mit seiner Frau (r.) und Werner Lange (hinter ihm),
selber jahrelang 1. Vorsitzender des Vereins
 

In den folgenden Jahren hat sich der Verein sehr gefestigt, die Mitgliederzahlen stabilisierten sich, sportlich stellten sich einige Erfolge ein und der WRSC wurde zu einem sportlich sehr erfolgreichen Verein, der zu einer festen Größe im gesellschaftlichen Leben der Gemeinde Wentorf und des Umlandes wurde.

Im Jahre 1956 feierte der Verein seinen 50 Jahrestag und das Festprogramm konnte sich sehen lassen. Wer mehr zu diesem Ereignis wissen und lesen möchte, dem empfehlen wir unsere Rubrik "100 Jahre SC Wentorf" auf dieser Internetseite. Dort können Sie die Vereinszeitung anlässlich des 50. Jahrestages sehen und lesen und das gesamte Programm dieses Festes nachlesen.

Wir werden in dieser Rubrik auch immer wieder uns zur Verfügung gestelltes Material veröffentlichen, es empfiehlt sich also, bei der Suche in unserer Geschichte öfter in diese Seiten zu schauen.

Doch zurück zur geschichtlichen Entwicklung des Vereins.
Bis zum Jahr 1972 wurde für den Verein eine neue Sportstätte am Friedrichsruher Weg in Wentorf geschaffen. Für diesen Bau haben sich sehr viele Vereinsmitglieder unglaublich engagiert. Das die Anlage letztendlich gebaut werden konnte und damit den Sportlern gegenüber vorher traumhafte Bedingungen geschaffen wurden, dass verdankt der Verein nicht zuletzt solchen engagierten Mitgliedern wie Claus Jörn Rücker und Günter Krieter. Günter Krieter war dann auch selber jahrelang erster Vorsitzender unseres Vereins, bis zum Jahr 2001.

Im Laufe der Jahre entstand eine Entwicklung, die den Vorstand zum Handeln zwang. Das Konkurrenzdenken zwischen Reinbek und Wentorf führte zu Diskrepanzen innerhalb des Vereins. Nach einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im November 1983 wurde der Beschluss gefasst, den Verein mit einem neuen Namen zu versehen. Am 08. Dezember 1983 wurde beim Kreissportverband beantragt, den Verein künftig unter dem Namen "SC Wentorf von 1906 e.V." zu führen. Das alles geschah damals unter Leitung des 1. Vorsitzenden Werner Lange, heute Ehrenvorsitzender des Vereins und Wolfgang Gohls, damals 2. Vorsitzender des Sportclubs.

Sicher waren das keine einfache Zeiten für den SC Wentorf, doch die Zeit hat gezeigt, dass die Mitglieder, die damals den Beschluss gefasst hatten Recht behalten haben. Der SC Wentorf hat sich auch mit anderem Namen sehr erfolgreich weiterentwickelt. Neben den vielen sportlichen Erfolgen festigte der SC Wentorf seine Stellung als wichtige gesellschaftliche Größe in Wentorf und Umgebung. Mit vielen Veränderungen in Wentorf ergab sich die neue Lage, dass das Gelände der Sportanlage am Friedrichsruher Weg verkauft werden konnte und sollte. Für die Gemeinde stand damit die Aufgabe, dem Sportclub eine neue Heimstatt zu schaffen. Mit den verlassenen ehemaligen Sportanlagen der Bundeswehr am Südring in Wentorf war eine gute Grundlage für ein neues Sportzentrum vorhanden und die Gemeinde nutzte ihre Option für die weitere Verwendung des Geländes.
 

In vorbildlicher Zusammenarbeit zwischen Gemeindevertretung, Gemeindeverwaltung und SC Wentorf entstand eine hochmoderne Sportanlage, die gegenwärtig in der Umgebung Ihres gleichen sucht.
 
 
Eine moderne Kunstrasen- und Tartananlage macht ein ganzjähriges Training möglich. Diese Super- Bedingungen brachten dem Verein einen riesigen Zulauf ein, der den Vorstand stolz auf das Erreichte macht.

Im Mai 2002 konnte die neue Sportanlage in Betrieb genommen werden und während der Eröffnungsfeier hatten viele "ALTE" die Möglichkeit, sich "Ihren" neuen Verein auf der neuen Sportanlage anzusehen. Bei allen konnte man die Rührung, aber auch den Stolz erkennen. Ohne die beharrliche Arbeit aller Mitglieder, besonders der Vorstände in diesen fast einhundert Jahren würde unser Verein heute nicht so da stehen.
 
 
Das jüngste und das älteste Mitglied des Vereins halten gemeinsam den Schlüssel für die neue Sportanlage, übergeben vom Bürgermeister, Holger Gruhnke (2. v.l.)
 

Dies kann und soll nur ein kurzer geschichtlicher Abriss sein. Im Zuge der Vorbereitung unseres 100. Geburtstages wird eine Chronik erarbeitet, in der wesentlich mehr auf die einzelnen Geschehnisse eingegangen werden soll. Dazu brauchen wir Unterstützung. Wer noch Erinnerungen an seine Zeit beim SC Wentorf hat und uns diese mitteilen möchte, der sollte sich bei Rolf Fassbender melden. Wir freuen uns über Bilder, Zeitungsartikel und Sportgegenstände aus früheren Zeiten.
Kontakt: Tel.: 040 / 720 76 65
eMail: Presse@sc-wentorf.de